Wandern auf Madeira

Die portugiesische Insel Madeira liegt im Atlantischen Ozean, westlich der marokkanischen Küste, und bildet mit großem Blumen- und Pflanzenreichtum ein ausgesprochenes Wanderparadies. Unterschiedliche Klimazonen und meist angenehme Temperaturen um die 20 °C lassen das Wandern durch Mittel- und Hochgebirgszonen, sowie an steil abfallenden Küstengebieten zum einzigartigen Erlebnis werden. Der trockenere Süden der Insel wird durch die sogenannten Levadas, Bewässerungskanäle, mit Wasser versorgt. Sie werden bereits seit dem 15. Jahrhundert angelegt und führen das nasse Element auf insgesamt 2.000 Kilometern Länge aus den Bergen im regenreichen Norden zu den südlich gelegenen, bewirtschafteten Terrassenfeldern. Es fließt steile Berge und tiefe Felsschluchten hinab, sucht sich seinen Weg über treppenförmige Hänge und ist verantwortlich für eine äußerst üppige Vegetation, die Madeira zur „Blume des Ozeans“ werden ließ.

So sind die Wanderwege auf Madeira stets von blühenden Pflanzen gesäumt. Die Strelitzie, die auch als Paradiesvogelblume bezeichnet wird, blüht in leuchtendem Orange, in blau-violetten Farbschattierungen zeigt sich der Natternkopf. Trotz häufigem Sonnenschein gehört auch immer warme Kleidung in den Rucksack, denn in höheren Lagen kann es empfindlich kalt werden. Auf den ehemaligen Arbeitswegen der Levadeiros, die die Bewässerungskanäle kontrollierten, geht es oft auf schmalen Pfaden durch steiles und unwegsames Gelände, sodass feste Wanderstiefel unverzichtbar sind. Gleich mehrere dieser Wege findet man auf der Hochebene Paul da Serra, nahe des Ortes Rabacal. Hier wird der Wanderer durch reizvolle Wälder, an lohnende Aussichtspunkte und vorbei an bizarren Felsformationen geführt, an denen er von manch kalter Dusche überrascht wird.

An der Ostspitze Madeiras, an der Ponta de Sao Lourenco, finden Fußgänger eine trockene, fast karge Landschaft vor, deren vulkanischer Ursprung ganz offensichtlich ist und die Insel von einer ganz anderen Seite zeigt. Der höchste Berg Madeiras ist der Pico Ruivo, dessen Gipfel auf 1.862 Höhenmetern auf verschiedenen Wegen zu erreichen ist. Von der anstrengenden 6-Stunden-Tour mit steilem Aufstieg bis zur leichteren Wanderung über gesicherte Treppenwege wird hier jede Art der Wanderlust gestillt. Im Rahmen eines Wanderurlaubs auf Madeira sollte auch ein Besuch der Hauptstadt Funchal nicht fehlen. Neben einem sehenswerten Stadtkern locken hier vor allem wunderschön angelegte Stadtparks und der große Botanische Garten.

Highlights auf Madeira

Ein Wanderurlaub auf Madeira lässt sich dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und anderer Highlights sehr vielseitig gestalten. Oft kann man das Wandern mit dem Besuch interessanter Kulturstätten und der Besichtigung historischer Bauwerke auf angenehme Weise miteinander verbinden und gleich mehreren Ansprüchen gerecht werden.

Eine willkommene Abwechslung zu einer oft schweißtreibenden Wanderung bildet zum Beispiel ein erfrischendes Bad im Meerwasser-Schwimmbad nahe des Ortes Porto Moniz. Durch die sehr felsige Küste hat Madeira nicht sehr viele Bademöglichkeiten zu bieten. Hier wurden Begrenzungen und Treppen im felsigen Strand errichtet, über die das Meer leicht zu erreichen ist. Die im Süden von Madeira bei Camara de Lobos gelegene Steilklippe Cabo Girao ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und ein echtes Highlight der Insel. Hier, an der zweithöchsten Steilklippe der Welt, bietet sich dem Urlauber ein atemberaubender Panoramablick aus 580 Metern Höhe auf den Atlantischen Ozean. Anschließend lohnt ein Besuch des Strandes Faja dos Padres, der am Fuße des Cabo Girao zu finden und mit einem Panoramalift zu erreichen ist. Dort lädt ein vorzügliches Restaurant in wunderschöner Kulisse zu schmackhaften Speisen ein.

Hobby-Geologen kommen bei einem Besuch der Höhlen von Sao Vicente auf ihre Kosten. Das Höhensystem ist vulkanischen Ursprungs und erstreckt sich über eine Länge von mehr als 1.000 Metern. Der rund 700 Meter lange Besucherweg führt vorbei an beeindruckenden Stalaktiten aus Vulkangestein und sogenannten Wanderfelsen, die vom Lavastrom in den Tunnel getragen wurden. Im integrierten Vulkanologie-Zentrum kann sich der Besucher über die Entstehung der Insel informieren. Wissenswertes über den köstlichen Madeira-Wein erfährt man im Weinmuseum an der Rua 5 de Outubro in der Hauptstadt Funchal, die noch viele, weitere Museen, wie zum Beispiel das Museum der Sakralen Kunst oder das Universum der Erinnerungen mit Gemälden und Bronzeobjekten aus aller Welt, beherbergt und Kulturinteressierten ein ideales Terrain bietet.

An der Lido-Promenade in Funchal kann der Urlauber nicht nur eine herrliche Aussicht genießen, sondern auch nette Kontakte mit Einheimischen knüpfen. Bei einem Bummel durch die von Palmen gesäumten Gartenanlagen stößt man auf verschiedenste Tourismus- und Freizeiteinrichtungen, die entspannte und unterhaltsame Stunden mit der ganzen Familie versprechen.